Zum Thema Brotkultur, 18. Aug 2015

Brot und Salz

Warum es Glück bringt, Brot und Salz überreicht zu bekommen. Und welche Anlässe hierzu passen…

Das Überreichen von Brot und Salz gilt in vielen Ländern bis heute als symbolhafte Gabe. Sie steht für den Wunsch nach Gemeinschaft, Wohlstand und Sesshaftigkeit. Zudem soll sie vor dem Teufel, bösem Zauber und Verwünschungen schützen.[1] Dabei steht das Brot als Metapher für das Lebensnotwendige, während das Salz für die nötige Würze und auch die Bewahrung des Lebens steht.

Die Überreichung von Brot und Salz ist als besonders guter Wunsch für das Wohlergehen zu verstehen, denn beide galten über Jahrhunderte als sehr wichtige Lebensmittel. Zudem war Salz sehr kostbar und das erste Lebensmittel, das mit einem Zoll belegt wurde. Man tauschte es sogar gegen Juwelen! Römische Soldaten wurden mit dem »Salarium« entlohnt, das zum Kauf von Salz verwendet werden konnte. Das Wort „Salär“ (Gehalt) und das englische Wort „salary“ gehen hierauf zurück.

Brot und Salz durften in keinem Haushalt fehlen. Unter anderem wurde mit Salz konserviert. Das „tägliche Brot“ sowie das „Salz in der Suppe“ waren also lebensnotwendig. Auch für unangemeldete Gäste musste stets genügend Brot und Salz zur Verfügung stehen.

Verschenkt werden Brot und Salz aus verschiedenen Anlässen, etwa zur Hochzeit oder zum Einzug in ein Haus, oft verbunden mit dem Vers: „Brot und Salz, Gott erhalt’s“. Auch bei der Einweihung der neuen Britischen Botschaft in Berlin gab es für die Queen Brot und Salz.[2] In vielen Ländern ist es Tradition, dass ein frisch getrautes Paar sich ein mit Salz bestreutes Brot teilt, um seine Verbundenheit in guten und in schlechten Zeiten zu bezeugen.[3]

Darüber hinaus gibt es viele regionale Bräuche. In Norddeutschland und Böhmen wurden Säuglinge mit Brot und Salz in der Windel vor bösen Geistern geschützt. Im rumänischen Siebenbürgen dienten Brot und Salz dem Schutz vor Wetterdämonen, zudem gegen bösartige Hunde. In der Volksmedizin wurden Brot und Salz teilweise fiebersenkende Wirkung zugeschrieben. In einer ganzen Reihe von Sagen und Märchen verdanken die Helden ihre Rettung vor Drachen, Geistern und Hexen oftmals den zugeschriebenen magischen Eigenschaften von Brot und Salz.

Bei verschiedenen Völkern spielt der gemeinsame Verzehr der beiden Grundnahrungsmittel bis heute eine große Rolle. Mit wem man Brot und Salz teilt, den behält man als Freund. So genannte Salzbündnisse wurden in Israel als unverbrüchlich angesehen. Schon in der hebräischen Bibel schließt König Abija von Juda einen „Salzbund“, um den Anspruch auf ein erobertes Gebiet zu bekräftigen.[4]

Quelle: Wikipedia

Bericht bei Spiegel Online vom 18.07.2000

Reinhard Zimmermann (Hrsg): Rechtsgeschichte und Privatrechtsdogmatik, S. 339

Quelle: Wikipedia, siehe http://goo.gl/IFlk8g (abgerufen am 11.5.14).