Zum Thema Brotreise, 18. Aug 2015

Als Brotexperte im ZDF Fernsehgarten

Blick hinter die Kulissen und eine nette Begegnung beim Finale…

Bereits im Jahr 2014 durfte ich in der Jury der Sendung „Deutschlands bester Bäcker“ um Johann Lafer für das ZDF als Brotexperte tätig sein. Die Sendung war sehr erfolgreich, so dass im Jahr 2015 eine zweite Staffel gedreht und ausgestrahlt wird. Dies mit einer insgesamt doppelten Anzahl an Folgen, was aber für mich zur Folge hatte, dass ich nicht mehr mitwirken konnte, weil der enorme Drehaufwand schon im Vorjahr kaum noch mit meinen beruflichen Aufgaben vereinbar war.

Umso schöner, dass das ZDF mich trotz dieser Absage für die Livesendung ZDF Fernsehgarten am Sonntag, den 28. Juni angefragt hat. Die Sendung drehte sich um das Thema „Das alles ist Deutschland“, da durfte die Deutsche Brotkultur natürlich nicht fehlen. Zunächst war die Rede von einem Talkbeitrag, doch dann kam die Idee auf, in der Sendung live zu backen. Das ist bei guter Vorbereitung natürlich kein Problem, doch als das von mir erbetene Foto vom vor Ort verfügbaren Ofen kam, kamen Sorgenfalten auf: ein sehr kleiner, gemauerter Holzofen!

Dazu muss man sagen, dass ich vor fremden Holzöfen einen gehörigen Respekt habe! Jeder davon hat ein anderes Verhalten bei der Hitzeaufnahme und –abgabe. Man muss die richtige Menge Holz zum richtigen Zeitpunkt anfeuern, später die Glut gleichmäßig verteilen, dann die Asche entnehmen und den richtigen Zeitpunkt erwischen, um das Brot reinzuschieben, das genau dann reif sein muss. Und nichts, überhaupt gar nichts, kann im Nachgang korrigiert werden, wenn der Ofen zu heiß oder zu kalt ist. Schon im Vorjahr sollte ich für den Vorspann von „Deutschlands bester Bäcker“ vor laufender Kamera ein riesiges Holzofenbrot backen, in der Bäckerei von Karl-Dietmar Plentz in Oberkrämer (Brandenburg). Das klappte schon im ersten Versuch sehr gut, dass ein dorthin mitgebrachtes, zuvor in einem „normalen“ Ofen gebackenes Reservebrot, im Auto bleiben konnte. Doch im Gegensatz zum riesigen Holzofen in Oberkrämer ist der Holzofen im wunderschönen Cottagegarten auf dem ZDF Gelände recht klein – und damit erfahrungsgemäß „bissig“.

Also habe ich am Vortag der Sendung früh das Auto mit Mehl, Hefe, Salz, am Vortag angesetztem Sauerteig, einer kleinen Waage, Schüsseln, Werkzeug und einer kleinen Knetmaschine vollgepackt und bin nach Mainz gefahren, um dort ein altes Familienrezept (Eifeler Landbrot) zu backen, weil es im Talk mit Andrea Kiewel („Kiwi“) um die wichtigsten Brotsorten der Deutschen gehen sollte. Und auf Platz 1 liegt nun mal das Mischbrot wie z.B. ein Eifeler Landbrot.

Der erste Backversuch lief noch nicht ganz optimal, weil der Ofen zum Zeitpunkt, als das Brot in den Ofen musste, noch zu heiß war. Mein Fehler: ich habe es beim Befeuern mit der Holzmenge etwas zu gut gemeint. Beim zweiten lief es schon viel besser und bei der Generalprobe am Nachmittag war alles bestens. Der ZDF-Holzofen war besiegt und auch der kurze Talk zum Thema Brot lief bei der Probe nach meinem Eindruck recht gut.

Am Sonntag führte mich der Weg sehr früh wieder nach Mainz, wo alles vorbereitet und die ersten Laibe als Teig in den Ofen geschoben wurden, die pünktlich zu meinem Take im letzten Drittel der Livesendung ofenfrisch rauskommen sollten. Zuvor sollte ich die Fragen von Andrea beantworten und ihr das Aufarbeiten von Eifeler Landbrot live demonstrieren, wozu dann rechtzeitig ein weiterer Teig vorbereitet wurde. Soweit die Planung. Doch Live ist Live: manche der Protagonisten vor mir haben die eng getaktete Zeit überzogen. Weil bei Liedbeiträgen nichts gekürzt werden kann, erwischt es dann die Talkbeiträge im letzten Drittel, in diesem Fall mich!

Kurz vor dem Take sollte der vorbereitete Teig zur Seite gestellt werden und es war am Ende ein gut 5-minütiger, aber sehr netter Talkbeitrag zur Deutschen Brotkultur, an dessen Ende ich die fertigen Mischbrote aus dem Ofen gezogen habe. Für den Zuschauer sah es leider so aus, als wäre der Ofen kalt und das Brot kurz zuvor erst reingeschoben worden. Genau das hätte auch vollkommen ausgereicht. Doch nachdem ich beruflich kaum noch backe, sondern viel unterwegs bin, oft im Büro arbeite, Meetings leite, Seminare gebe oder Meisterschüler unterrichte, hat mit der Einsatz „am Teig“ für den ZDF Fernsehgarten richtig Spaß gemacht.

Hinzu kam noch die ein oder andere nette Begegnung beim Finale. Mit Hellmuth Karasek und Gotthilf Fischer (die das Thema Brot sichtlich spannend fanden und mir zu meinem kurzen Take gratulierten) konnte ich mich in der Wartezeit vor dem Finale blendend über die verschiedenen Facetten der Brotkultur unterhalten. Später lief mir dort Kultsänger und „Kollege“ Heino – gelernter Bäcker – über den Weg, den ich erstmals live getroffen habe. Bei der Generalprobe am Vortag ließ er sich wie alle Stars doubeln (eine TV-Assistentin bewegte sich vor der Kamera mit einem großen Schild „Heino“ um den Hals, was lustig aussah) und bei der Sendung selbst war ich im Cottagegarten zu weit von der Hauptbühne entfernt, um ihn zu treffen. Die Sendung habe ich weitgehend auf einem Fernseher in der Gartenhütte dort verfolgt.

Heino ist, wie auch die weiteren genannten, ein überaus sympathischer Mensch ohne Allüren. Ich habe ihm kurzerhand einen großen Brotlaib geschenkt. Das Foto unserer Begegnung hat er einige Tage später auf der Facebookseite gepostet, verbunden mit netten Zeilen und am Ende: „Vielen Dank und großes Kompliment, Herr Kollege!“ Na, das kann ich doch nur zurückgeben…

Als Brotexperte im ZDF Fernsehgarten

Als Brotexperte im ZDF Fernsehgarten

Als Brotexperte im ZDF Fernsehgarten

Der BrotExperte mit Heino im ZDF Fernsehgarten