Zum Thema Brot in der Ernährung, 30. Aug 2015

Die Bedeutung des Frühstücks

Warum es eine keine gute Idee ist, auf das Frühstück zu verzichten…

Es ist erschreckend, wie viele Kinder morgens ohne Frühstück zur Schule geschickt werden. Auch viele Erwachsene schlafen heute lieber etwas länger und sparen sich die Zeit für ein Frühstück bzw. kompensieren dieses im Laufe des Vormittags durch zugeführte Snacks. Das gemeinsame Frühstück in der Familie ist oft nur noch ein Wochenend-Ritual. Doch schon ein alter Ernährungs-Leitspruch besagt: „Frühstücke wie ein Kaiser, iss zu Mittag wie ein König, iss abends wie ein Bettelmann“.

Im englischen Sprachraum heißt das Frühstück „breakfast“. Diese Bezeichnung beschreibt genau, worum es geht: nämlich „breaking the fast“, also „das Fasten durchbrechen“. Denn zwischen dem Abendessen und dem Frühstück liegen oft 10 – 12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme. In dieser Zeit fällt der Energielevel ab. Die erste Mahlzeit des Tages ist für den menschlichen Körper also von ganz besonderer Bedeutung, da sie Körper und Geist mit Nährstoffen versorgt und die Speicher wieder füllt. Das Frühstück sollte dabei 15 – 20 % der täglichen Nahrungsaufnahme ausmachen.

Eine groß angelegte, internationale wissenschaftliche Studie belegt zweifelsfrei, dass das Frühstück die Qualität der gesamten täglichen Ernährung verbessert, den Stoffwechsel in Balance hält und die geistige Leistung über den gesamten Tag fördert. Diese Vorteile haben sowohl kurz- wie langfristige positive Effekte auf die Gesundheit.[1]

In dem 2008 veröffentlichten Bericht der Universität von Edinburgh und der Weltgesundheitsorganisation WHO heißt es: “Ein regelmäßiges Frühstück ist Teil eines gesunden Ernährungsplans, der als wesentlicher Faktor eines insgesamt gesunden Lebensstils angesehen wird. Das Frühstück trägt zu Qualität und Quantität der täglichen Ernährung eines Menschen bei. Zahlreiche Studien bestätigen, dass jemand, der sich ausgewogen ernähren will, nicht auf das Frühstück verzichten sollte.“[2]

Laut einer Studie der italienischen Gesellschaft für Ernährung ist bei einem regelmäßigen Frühstück zudem die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Richtwerte für die empfohlene Tageszufuhr von Mikronährstoffen erreicht werden. Parallel sinkt mit regelmäßigem Frühstück das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Es wird vermutet, dass die entsprechenden Risikofaktoren durch die Nahrungsaufnahme am Morgen besser kontrolliert werden.[3]

Die Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig frühstücken, eine ausgewogenere Lebensweise verfolgen. Sie essen insgesamt mehr Obst und Gemüse, nehmen mehr essentielle Nährstoffe auf und bewegen sich mehr. Personen, die frühstücken, sind zudem eher schlanker als Personen, die das Frühstück auslassen, um Kalorien zu sparen.

Das Frühstück ist darüber hinaus eine gute Gelegenheit, im Familienkreis zusammen zu kommen. Dies sollte trotz „Termindruck“ durch Arbeit und Schule auch konsequent praktiziert werden. Wer ein nahrhaftes, auf Backwaren basiertes Frühstück isst und das von Kindheit an lernt, der entwickelt gute Essgewohnheiten, die er ein Leben lang bewahren wird.

Wenn das Frühstück also aus Zeitgründen oder aus Gründen des Kaloriensparens „ausgelassen“ wird, erreicht man damit keinesfalls positive Effekte. Ganz im Gegenteil.

Studie von C. Vereecke n, M. Dupuy, M. Rasmussen et al. aus dem Jahr 2009:  „Breakfast consumption and its socio-demographic and lifestyle correlates in schoolchildren in 41 countries participating in the HBSC study“. International Journal of Public Health 54 (2009).

Studie von C. Currie, S. Gabhain, E. Godeau et al. aus dem Jahr 2008: Inequalities in Young People’s Health. HBSC international report from the 2005/06 Survey. Health Policy for Children and Adolescents, No. 5, WHO Regional Office for Europe, Copenhagen, Denmark.

Studie von F. Marangoni, A. Poli, C. Agostoni et al. aus dem Jahr 2009: „A consensus document on the role of breakfast in the attainment and maintenance of health and wellness“. ACTA BIOMED 2009; 80: 166-171