Zum Thema Brot in der Ernährung, 18. Aug 2015

Freispruch für den Weizen

Die Wahrheit über unseren völlig zu Unrecht verteufelten Ernährer Nummer 1…

Die Entwicklung der menschlichen Kultur wäre ohne den Weizen nicht denkbar gewesen. Weizen hat heute mehr dann je größte Bedeutung bei der Versorgung der Menschheit mit Nahrung. Experten wie Prof. Dr. Holtmeier von der Universität Köln sind sich diesbezüglich einig: „Wie soll man ohne Getreide überhaupt die über sieben Milliarden Menschen auf unserem Planeten bedarfsgerecht ernähren? Das geht praktisch gar nicht: Weltweit ist Weizen als eines der Hauptnahrungsmittel und Energieversorger Nr. 1 unentbehrlich“.[1] Berücksichtigt man dann noch, dass Getreide durch den Einsatz als Futtermittel auch eine große Bedeutung bei der Erzeugung unserer tierischen Lebensmittel hat, sollte mancher, der über Getreide schimpft, nachdenklich werden.

Weizen leitet auch einen unverzichtbaren Beitrag zur Nährstoffversorgung. Die Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz decken durch den Verzehr von Weizen im Durchschnitt 34 % ihres täglichen Eiweißbedarfs, 34 % des Bedarfs an Kohlenhydrate, 24 % des Bedarfs an Ballaststoffen sowie den Bedarf an Niacin (32 %), Thiamin (22 %), Kalium und Zink (je 18 %), Eisen (17 %) und Magnesium (13 %).[2]

Dies mit anderen Lebensmitteln gänzlich zu kompensieren, ist nahezu unmöglich. Ich sag mal: so viel Obst und Gemüse, um alleine den Ballaststoffanteil anderweitig aufzunehmen, schafft man kaum zu essen. Weizen ist also für unsere Ernährung überaus bedeutsam. Dass es Menschen mit Weizenallergien gibt, die auf Weizen verzichten müssen, steht auf einem anderen Blatt. Wie der Bericht hinter dem Link gerade zeigt, sind das aber viel weniger Menschen als angenommen.

Ein passendes historisches Zitat hierzu findet sich in den gesammelten Brotworten. Es wird dem französischen Naturwissenschaftler und Schriftsteller Jean-Henri Fabre (1823 – 1915) zugeschrieben: „Die Geschichte feiert die Schlachtfelder, auf denen uns der Tod ereilt, aber sie spricht nicht von den Kornfeldern, durch die wir leben. Sie kennt die Namen unehelicher Königskinder, aber sie ist nicht fähig, uns vom Ursprung des Weizens zu erzählen. Welch ein Weg menschlicher Torheit!“ – Dem ist nichts hinzu zu fügen!

Zitat aus dem Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Holtmeier (Universität Köln), abgerufen am 01.05.2013 im Internet unter www.gmf-info.de

Mehlreport, Nr. 22 (Februar 2013), Herausgeber: Verband Deutscher Mühlen e.V., auf Basis von GMF-Zahlen aus dem Jahr 2012