Zum Thema Brotmarkt, 16. Aug 2015

Die Rückkehr des Brotes

Wer hätte gedacht, dass die Menschen irgendwann aufhören, Brot zu essen? Das ist hier und da passiert, dreht sich aber gerade wieder…

Die zum Teil vorherrschende, irrationale Angst vor dem Brot beruht auf einer Mischung aus Missverständnissen und der Tatsache, dass unsere Wohlstandsgesellschaft immer neue Ernährungsformen hervor bringt, die eine Weile als hipp gelten. Oft in den USA entstehend und von Stars und Medien flankiert, haben Low Carb und Co ihren Siegeszug um die Welt angetreten. Und genau von dort kommt nun das Brot zurück!

„Artisanal“ (übersetzt: handwerklich) boomt in vielen Bereichen, etwa beim flüssigen Pendant des Brotes, dem Bier: viele Menschen waren die „Fernsehbiere“ der Großkonzerne leid. Demzufolge entstanden in den USA und inzwischen weltweit „Micro Breweries“, auch „Craft Breweries“ bzw. „Artisanal Breweries“ genannt: kleine, lokale Brauereien mit oft kultigem Marketing. Dies findet auch hierzulande zunehmend statt, wobei Braufactum als Pionier in Sachen Edelbiere inzwischen vom Oetker-Konzern gekauft wurde.

Die „Artisanal“-Bewegung erleben wir gerade auch im Brotbereich. Gute gebackene und belegte Edelbrote verblüffen zur Zeit die Food-Szene in den USA. Edelbäckereien und Cafés wie „The Mill“ in Washington oder „Trouble“ in San Francisco nehmen für eine einzelne belegte Brotscheibe schon mal vier bis neun Dollar! Und auch in Deutschen Städten wie z.B. Berlin öffnen hippe Bäckereien mit neuem Konzept, etwa „The Bread Station“ aus Dänemark.

Aufgrund seiner einzigartigen Kombination von Gesundheit und Genuss war die Rückkehr des Brotes nur eine Frage der Zeit. Und sie hat begonnen!