Zum Thema Brotzutaten, 18. Aug 2015

Das Brotmehl spricht Dialekt

Im Zuge der Globalisierung hat sich der Verbraucher daran gewöhnt, dass seine Nahrung aus anderen, oft weit entfernten Ländern stammt. Doch es gibt Ausnahmen…

Es gibt in der Lebensmittelwirtschaft eine klare Tendenz zu weltweiten Handelsströmen. Auch in der Bäckerei ist manche Zutat aus Übersee, schon alleine deshalb, weil Ananas, Zimt, Kakao und andere Zutaten bei uns nicht angebaut werden. Doch gilt dies auch für die allerwichtigste Zutat der Bäckerei, das Mehl? Natürlich nicht!

Alleine für den Weichweizen stehen in Deutschland über drei Millionen Hektar Anbaufläche zur Verfügung. Das ist mehr als ein Viertel der gesamten Anbaufläche. Etwa ein Drittel der 24,9 Millionen Tonnen Weizenernte pro Jahr gehen als so genannter „Brotweizen“ an die deutschen Mühlen, der Rest wird überwiegend verfüttert.[1]

Der Bäcker vor Ort kauft sein Mehl also keinesfalls weltweit ein, wie gelegentlich behauptet wird. Ganz im Gegenteil: in aller Regel kauft er nicht einmal deutschlandweit, sondern bezieht von „seiner“ Mühle des Vertrauens in der Region, oft schon seit Jahrzehnten. Die Mühle wiederum wird von den Landwirten der Region mit Getreide beliefert. Wie eine Erhebung des Verband Deutscher Mühlen e.V. belegt, werden z.B. 86 % der Weizenmehle in dem Bundesland gemahlen und gebacken, in dem sie auch angebaut wurden. Nur ein Achtel wird überregional bezogen.[2]

Fest steht aber, dass der Einkauf beim regionalen Bäcker immer auch aktiv regionale Kreisläufe unterstützt. Neben dem Bäcker selbst auch seine Mitarbeiter, eine regionale Mühle, viele Landwirte und somit letztlich die gesamte Landschaftspflege Deiner Region. Letzteres gilt insbesondere auch für Biobrote.

Mehlreport Nr. 23 (September 2013), Herausgeber: Verband Deutscher Mühlen e.V.

Mehlreport Nr. 22 (Februar 2013), Herausgeber: Verband Deutscher Mühlen e.V.