Zum Thema Brot in der Ernährung, 18. Aug 2015

Helles Mehl: Wertlose Kalorien oder wertvoll?

Warum Backwaren aus hellem Weizenmehl völlig zu Unrecht verteufelt werden…

Im Zuge der Vollkornwelle werden das helle Weizenmehl und damit hergestellte Weizenbackwaren wie z.B. Brötchen oder Weizenbrot häufig verteufelt. Das oft „Weißmehl“ geschimpfte Lebensmittel ist zum Feindbild all jener geworden, die sich gesund ernähren möchten. Leider völlig zu Unrecht! Denn dass mit der Schale sämtliche Nährstoffe verschwinden, gehört zu den Ernährungsmythen unserer Zeit, die dringender Korrektur bedürfen.

Frühere Hochkulturen wie z.B. die Ägypter haben stets versucht, ihr Mehl möglichst hell auszumahlen, weil der Genusswert von hellem Mehl einfach höher und dieses zudem besser verdaulich ist. Gerade weil helles Mehl keinesfalls wertlos ist, sondern sehr viele Nährstoffe enthält, die für den Körper zudem bestens verfügbar sind, haben sich die früheren Hochkulturen prächtig entwickelt. Ein Weizenbrot aus hellem Weizenmehl enthält je 100 g ungefähr 49,3 g Kohlenhydrate, 7,7 g Eiweiß und nur 1 g Fett. Hinzu kommen 3,4 g Ballaststoffe. Zum Vergleich: ein Apfel enthält nur rund 2 g Ballaststoffe je 100 g. Wohlgemerkt: selbst Brot aus hellem Mehl enthält deutlich mehr Ballaststoffe als ein Apfel! Hinzu kommen beim Brot Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B6 (Pyridoxin) und Vitamin B9 (Folsäure). Der Vollständigkeit halber seien auch die Mineralstoffe Phosphor, Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium, Eisen und Jod erwähnt.

Wie eine aktuelle Erhebung darlegt, decken wir Deutschen zwischen 13 % und 18 % unseres täglichen Bedarfes an Kalium, Magnesium, Eisen und Zink mit Weizenprodukten. Der tägliche Bedarf an Eiweiß und Kohlenhydraten wird zu jeweils 34 % gedeckt. Hinzu kommt die Bedeutung der Versorgung mit Ballaststoffen (24 %), Thiamin (22 %) und Niacin (32 %). Ziemlich hohe Werte für ein angeblich wertloses Lebensmittel, nicht wahr?

Selbstverständlich spricht aus Sicht der Ernährungsmediziner vieles dafür, sich neben Backwaren aus hellen Mehlen regelmäßig auch Vollkornprodukte oder ein Mehrkornbrot zu gönnen. Die Zauberformel heißt „ausgewogene Mischkost“. Schon Paracelsus wusste: Alles ist Gift, es kommt auf die Dosis an. Wenn Dein Körper, lieber Brotfreund, Lust auf ein leckeres Weizenbrötchen hat, darfst Du also besten Gewissens auf ihn hören und dieses ebenso genießen wie eine Scheibe Vollkornbrot. Die Mischung macht’s.