Zum Thema Brot in der Ernährung, 30. Aug 2015

Fleisch oder Brot: Was ist für die Ernährung wertvoller?

Von gesundheitlichen, ökologischen und ethischen Aspekten eines zu hohen Fleischkonsums…

Wie bereits erwähnt, wird im Zuge verschiedenster Diäten allerlei Unsinn in die Welt gesetzt, um Schlagzeilen zu erzeugen, die jeweiligen Diät-Produkte abzusetzen oder Kurse zu verkaufen. So wird zuweilen empfohlen, sich maßgeblich mit Eiweiß zu ernähren. Ein Steak am Abend wäre demnach unbedenklicher und gesünder als eine Scheibe Brot. Dies ist doch sehr fraglich.

Von den weltweit 7 Milliarden Menschen müssen 1 Milliarde hungern.[1] Dabei gibt es mehr als genug Nahrung auf der Welt. Neben politischen Einflüssen ist es vor allem der hohe Fleischkonsum, der ein großes Problem darstellt. Auffällig dabei ist, dass keinesfalls gut gebildete und gut verdienende Menschen ihre Ernährung auf Fleisch aufbauen. Ganz im Gegenteil. Auch in Deutschland gilt: Je geringer der Bildungsstand und das Einkommen, desto mehr Fleisch wird verzehrt.[2] Dass Geringverdiener nach der gleichen Studie weniger gesund sind als Spitzenverdiener und insbesondere deutlich häufiger unter Gelenkbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magenbeschwerden und Stoffwechsel-Erkrankungen leiden, könnte auch hiermit zusammen hängen.[3]

Zur Produktion einer einzigen tierischen Kalorie werden je nach Tierart bis zu dreißig pflanzliche Kalorien verfüttert. Den Rest verbrennt das Tier, um sich zu bewegen oder für den Aufbau von Federn, Knochen oder anderen Körperteilen, die nicht vom Menschen verzehrt werden können. Man benötigt bis zu 16 kg Getreide, um 1 kg Fleisch zu produzieren.[4] Wenn man dann noch bedenkt, dass aus einem Kilo Getreide gut 1,5 Kilo Brot entstehen können, benötigen etwa 42 Gramm Fleisch genauso viel Ackerfläche wie ein ganzes Kilo Brot. Übrigens benötigt man zur Produktion von 1 kg Rindfleisch auch rund 15.000 Liter Trinkwasser.[5]

Neben dem ethischen Aspekt – auf entsprechende Berichte zur Massentierhaltung wird verwiesen – ist der hohe Fleischkonsum auch ökologisch bedenklich. Unter anderem, weil zur Fütterung der Tiere große Mengen an Soja zum Einsatz kommen. So muss die EU zur Ernährung ihres Viehbestands Unmengen an Soja importieren. Hierzu werden in weit entfernten Teilen der Welt rund 35 Millionen Hektar Land in Anspruch genommen, was etwa der Fläche Deutschlands entspricht.[6] Wenn die Menschen nur einmal pro Woche auf das Essen von Fleisch verzichteten, so würden sich die Treibhausgas-Emissionen um etwa neun Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern.[7]

Im Jahr 2012 wurden mehr als 300 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Deutsche essen durchschnittlich 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Das ist viermal so viel Fleisch wie noch vor fünfzig Jahren![8] Man muss nun nicht gleich zum Vegetarier werden oder den Fleischverzehr auf den „Sonntagsbraten“ beschränken, wie er früher üblich war. Doch es gibt viele gute Gründe, den Fleischverzehr etwas zu reduzieren und wieder mehr Brot zu essen. Wer dies beherzigt, tut nicht nur etwas Gutes für seine Gesundheit, sondern auch für die Tiere selbst, die weltweite Ernährungssituation und auch die Umwelt. Es spricht also einiges für traditionelle Brotmahlzeiten wie beispielsweise das Abendbrot.

Angabe der UN Welternährungsorganisation

Studie „Iss was, Deutschland“ der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2013,

„Gefährliches Fleisch“. Aus Zeit online, siehe http://goo.gl/qO20VW (abgerufen am 11.5.14).

US Department of Agriculture Economic Research Service, veröffentlicht in Mark Gold und Jonathon Porritt, „The Global Benefits of Eating Less Meat“, 2004, S. 23

Siehe z.B. die Internetseite der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. http://goo.gl/FSXEP2 (abgerufen am 21.06.14).

WWF Studie: Fleisch frisst Land. 2011 http://goo.gl/FFzqik, abgerufen am 16.08.2014

Aus der Fleischstudie der Umweltschutzorganisation WWF, vorgestellt im November 2012. Nachzulesen unter http://goo.gl/X7cK7E (abgerufen am 11.5.14).

Hochrechnung der Welternährungsorganisation FAO, siehe z.B. http://goo.gl/4pTtih (abgerufen am 11.5.14).